Zwei Stunden, eine Entscheidung, ein Leben

Shownotes

🕊️ Heute teile ich etwas sehr Persönliches. Innerhalb weniger Stunden musste ich die schwerste Entscheidung meines Lebens treffen und meinen Hund Arthi gehen lassen.

In dieser Folge geht es um Seelenverlust, um das schamanische Verständnis von Tod als Übergang, und um die Frage, was Liebe bedeutet, wenn sie die eigenen Bedürfnisse zurückstellt.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Vor zwei Wochen saß ich auf dem Boden beim Tierarzt und musste innerhalb von kürzester Zeit die wohl schwerste Entscheidung meines Lebens bisher treffen.

00:00:11: Ich hatte keine Zeit zum nachdenken, keine Zeit mich vorzubereiten – nur eine Frage, die sofort beantwortet werden musste Episode und ich möchte gerne mit ihr darüber sprechen, was mein Seelenhund Arti mich über das Loslassen gelehrt hat.

00:00:40: Wenn dir das Thema Tod schwerfällt oder dir zu schaffen macht oder du vielleicht gerade selbst im Trauer bist dann ist die Episode vielleicht heute noch nicht für dich denn ich erzähle auch was uns passiert ist weil Ich glaube dass es genau hierher gehört Denn das Leben passiert eben in Zyklen Und der Tod gehört dazu.

00:01:14: Bevor ich in das Thema einsteige, was ich dir jetzt über Intro schon gesagt habe möchte ich dir einmal ganz kurz erzählen wie mein Hund Arthors in mein Leben gekommen ist.

00:01:24: Ich hatte schon immer den Wunsch dass wenn ich irgendwann mal mehr Zeit habe dass ich wieder einen Hund haben möchte.

00:01:33: es gab in meinem Elternhaus eigentlich immer Hunde.

00:01:36: Ich bin mit Hunden aufgewachsen und als ich dann den Hotelbetriebsbild angefangen habe war mir klar Jetzt hab' ich mehr Zeit.

00:01:44: Der Zeitpunkt ist jetzt da und wir haben angefangen damals uns umzuschauen.

00:01:51: Wir waren eigentlich klar, dass es auf jeden Fall ein Hund aus dem Tierheim sein sollte.

00:01:56: Man gibt's ja immer diese Gassi-Stunden wo man hingeht und probiert sich mal mit dem Hund aus.

00:02:02: wie funktioniert man so miteinander?

00:02:04: Wo ist irgendwie eine Sympathie auf beiden Seiten?

00:02:08: Und vorher haben wir schon so'n bisschen im Internet geschaut.

00:02:11: Da waren natürlich einige Hunde auch Ja, irgendwie sagt man ausgestellt.

00:02:16: Das klingt irgendwie blöd, gell?

00:02:18: Also es gab auf jeden Fall mehrere Hunde die gerade zum vermitteln waren und wir hatten dann so ich glaube drei oder vier wo wir gesagt haben komm lass uns das mal probieren Lass uns die mal näher anschauen weil des Gefühl war da dass könnte zum eigenen Lebensstil und zur eigenen Persönlichkeit passen.

00:02:42: Und dann sind wir da angekommen im Tierheim und keiner dieser Hunde war da, die wir jetzt ausführen wollten.

00:02:49: Also die waren schon mit anderen Menschen gerade in der Gassi-Stunde.

00:02:54: Wir haben dann mit der Mitarbeiterin gesprochen, die hat gesagt ihr könnt einfach nächste Woche noch mal kommen oder jetzt Ende der Woche ich weiß nicht mehr genau es ist ja schon echt lange her!

00:03:05: Dann meint sie aber so vielleicht habe ich einen anderen wollte nicht mit einem anderen Hund gehen.

00:03:10: Naja klar, wenn wir schon mal da sind dann gucken wir uns halt einen anderen Hund an und dann führt sie uns so durch die Gehege, durch die Zwinger.

00:03:20: Und er sitzt da plötzlich.

00:03:23: Dieses damals recht kleine schwarze Wesen dieses Volkneul auch irgendwie ein bisschen in der Haltung.

00:03:34: hier kriegt mich niemand weg und hat das so an den Vorderläufen gesehen wie er sich so in den Boden gestemmt hat und wie sie sich dann später rausstellen sollte, dass das ganz viel Angst war.

00:03:47: Denn der Hund saß schon einen Treffeljahr im Tierheim war eigentlich nicht vermittelbar, kam aus Kroatien und hätte auf eine Tötungsstation gesollt und wurde da eben gerettet.

00:04:00: und ja, saß mittlerweile schon ein Dreifeljah wie gesagt im Tierhain.

00:04:06: Und nach ganz, ganz viel Überzeugungskunsten und Leckerlies hat er sich dann doch bereit erklärt aus seinem Zwinger rauszukommen.

00:04:15: Es hat nicht lange gedauert bis das Vertrauen da war.

00:04:19: Wir sind irgendwann heimgefahren und es war klar, Arthos wird der Hund sein, der bei mir einzieht!

00:04:28: Es gab noch verschiedene Termine, verschiedene Kennenlernen und Besprechungen... Im Januar war es dann soweit.

00:04:36: Und darauf folgten drei, vier, fünf Jahre – ich kann's gar nicht mehr so richtig sagen – auf die ich überhaupt nicht vorbereitet war.

00:04:45: Arthas war wirklich so angstgetrieben.

00:04:49: Jedes Klappern jede Mülltonne jeder Fahrradfahrer hat dazu geführt dass er sich zurückgezogen hat das er Angst hatte, dass er in die Flucht gegangen ist dass ich wirklich an mir gezweifelt habe, ob das die richtige Entscheidung war.

00:05:04: Ob das die richtige Entscheidung war, ob ich dem gewachsen bin?

00:05:07: Ob es möglich ist, das Tier so weit in seinem Prozess zu unterstützen, dass er irgendwann mal ein normales Leben führen kann.

00:05:18: und wir haben da ganz viel gearbeitet mit ihm.

00:05:21: Also permanent jedes Gassi-Gen war Arbeit mit ihm Und es hat natürlich nicht nur mich erschöpft sondern vor allen Dingen auch den Hund.

00:05:31: Und irgendwann war der Punkt da, an dem ich gemerkt habe es hat sich gelohnt.

00:05:36: Er wurde entspannter auch wenn schon die ganze Zeit irgendwie klar war okay der mutigste wird er wohl nie werden aber das war ja auch nicht die Anforderung.

00:05:45: Es ging einfach darum ihm ein schönes Leben gemeinsam zu ermöglichen.

00:05:50: Irgendwann war all das weg.

00:05:53: Mültern konnten an uns vorbeigeschoben werden Fahrradfahrer konnten dann uns vorbei fahren und er war soweit es ging halt irgendwie immer dabei.

00:06:05: Ich hab ihn eigentlich immer mitgenommen, jetzt nicht wenn ich wusste dass irgendwelche Menschenmassen bevorstehen oder so, also so Feste oder sowas.

00:06:14: das habe ich natürlich nicht gemacht weil das einfach hoher Stress für ihm gewesen wäre aber sonst war er einfach immer dabei.

00:06:23: Er lag vor meinem Bett wenn ich geschlafen habe Und er lag unter meinem Schreibtisch wenn ich gearbeitet habe.

00:06:30: Und in den letzten zwei drei Jahren hat man schon gemerkt, dass er wirklich jetzt ruhiger wird.

00:06:36: Dass er auch so ein Stück weit abbaut.

00:06:39: Dann kam es um bisschen Arthrose dazu und ein bisschen Herzprobleme dazu aber jetzt auch noch nichts wo man sagt das geht wirklich dem Ende zu.

00:06:47: Vor zwei Wochen war dann nochmal meine Schwester zur Besuch und ich sagte dann samstags noch zu ihr wirklich immer noch so einen guten Eindruck und er ist auch immer noch wach und so aufmerksam.

00:07:01: Auch wenn er jetzt mittlerweile Medikamente bekommt, fürs Herzchen und für seine Arthrose war ich irgendwie davon überzeugt.

00:07:08: so wir haben doch eins zwei Sommer miteinander und exakt vier Tage danach ist er gestorben.

00:07:16: Vierzehn Jahre lang war dieser Hund an meiner Seite bei so gut wie allem was sich gemacht habe.

00:07:23: ja wenn nicht mehr Die Karten gelegt hab, hat er sich manchmal reingelegt.

00:07:27: Hat manchmal Karten verschoben wenn ich Klienten hatte.

00:07:31: Hat er sich mit dazugelegt und unterstützt.

00:07:35: Und an diesem Morgen wollte er einfach nicht mehr aufstehen.

00:07:41: Es sind dann nur ganz kurz draußen gewesen... ...und mir war schon klar, dass ich heute noch einen Tierarztdermin brauche.

00:07:48: Denn man hat ihm schon irgendwie angemerkt das es ihm nicht so gut ging!

00:07:54: denn dieses nicht aufstehen wollen, das kam auch ganz häufig von der Arthrose und ich wusste seine Spritze steht eigentlich wieder an.

00:08:03: Ich probiere das immer so ein bisschen zu beobachten und zu schauen ob es wirklich alle sechs Wochen sein muss oder ob man's nicht auch mal auf sieben oder acht Wochen schieben kann.

00:08:16: Manchmal geht es ist es auch sehr wetterabhängig gewesen und wir waren mittlerweile schon zwei Wochen drüber, also er hätte die jetzt auf jeden Fall wieder gebraucht.

00:08:25: Und ich war dann beim Tierarzt mit ihm und habe schon gemerkt irgendwas ist anders.

00:08:31: Die ganzen Hunde im Wartezimmer haben sich ganz ganz ruhig verhalten als wir reingekommen sind.

00:08:37: Er war ganz ganz ruhig und es ist eher untypisch denn Mit dem Alter war er nicht mehr so der entspannteste in Hundebegegnungen was natürlich von einer Unsicherheit her kam.

00:08:52: Und wir sind dann reingegangen ins Behandlungszimmer, der Arzt hat sofort einen Ultraschall gemacht und festgestellt das er ein Milstumor hatte, der aufgegangen ist und er mittlerweile schon ganz viel Blut im Bauchraum hatte... ...und dann sagte er es ist soviel Blut!

00:09:10: Er braucht auf jeden Fall Blutkonserven.

00:09:14: Es gibt aber keine Blutkonzerven und du musst sofort zu einer Notoperation in die Klinik rüberfahren, wenn du ihn operieren lassen möchtest.

00:09:24: Die Chance ist sehr gering dass er diese Operation ohne Blutkonserven überlebt weil der Körper einfach schon in so einem Schockzustand ist, weil der Kreislauf so geschwächt ist und er einfach mittlerweile schon vierzehn Jahre alt ist.

00:09:42: Und dann sagt er mir die zweite Möglichkeit schon denken, die Möglichkeit ihnen jetzt in Frieden gehen zu lassen sprich ihn einzuschläfern.

00:09:55: Und an diesem Moment ist mein System angegangen und ich bin einfach immer wieder überrascht wie sehr es möglich ist in so einem Schockzustand zu handeln und zu reagieren.

00:10:05: denn da braucht es keine Zeit sich zusammen mal kurz darüber nachzudenken sondern die Antworten kommen sofort aus dir raus.

00:10:13: Ich finde, das ist eines der beeindruckendsten Phänomene.

00:10:19: Du merkst es fällt mir unglaublich schwer darüber zu sprechen die ein Mensch so leisten kann in solchen Situationen.

00:10:28: Also in mir war der Gedanke natürlich lass ich ihn operieren Natürlich lasse ich ihm jetzt hier nicht gehen!

00:10:35: Ich werde jetzt sofort zur Klinik fahren, ich werde Steffi angerufen.

00:10:38: Steffy kennt Arthur sie ist Tierkommunikatorin.

00:10:41: du hast Steffie vielleicht schon mal im Podcast gehört werden schon mal eine Episode miteinander gemacht zum Thema Tierkommunikation und dann wird es schon alles wieder.

00:10:52: Und im nächsten Moment?

00:10:54: Es war wirklich eine Frage von einem Moment auf den anderen, in diesen Gedankengängen sind wahrscheinlich keine zehn Sekunden vergangen kam die Klarheit dass ich mich jetzt verabschieden muss.

00:11:07: Die Überlebenschancen standen gleich null bei einer Notoperation und das Risiko, dass er auf dem Tisch stirbt ohne dass ich bei ihm sein kann.

00:11:18: Das war einfach so groß!

00:11:22: Und ich glaube es war die schlimmste und schwerste Entscheidung meines Lebens im Sinne des Hundes zu entscheiden ihn bis zum Schluss so liebevoll zu begleiten wie er mich begleitet hat und meinen Bedürfnis bis zum schluss zu kämpfen und alles zu tun was möglich ist hinten anzustellen um ihn in Frieden gehen lassen zu können.

00:11:47: Und es sind zwei Wochen vergangen seitdem und... Es lässt mich bis heute immer und immer wieder an diese Gedanken kommen, dass ein Teil von mir unbedingt kämpfen wollte.

00:11:59: Dass ein Teil mit mir alles versuchen wollte.

00:12:02: Nicht loslassen wollte – egal um welchen Preis!

00:12:06: Und dieser Teil in mir der schrie förmlich nach der Operation noch einer Chance nach mehr Zeit.

00:12:14: Und ein anderer Teil, der wusste es einfach.

00:12:18: Der wusste dass es jetzt nicht um mein Bedürfnis geht ihn zu behalten sondern es ging um ihn, um meinen Hund.

00:12:28: Um seine letzten Stunden, um die Frage was für ihn richtig ist?

00:12:33: Nicht was für mich richtig ist.

00:12:35: und ich habe dann sofort meinen Partner geschrieben das er jetzt bitte gleich kommen soll hab.

00:12:41: Mein Ex-Partner angerufen der Jahr des... Ich sage immer, der leibliche Papa ist.

00:12:46: Der Mann mit dem ich eher den Arti damals geholt habe.

00:12:51: Hab ihm davon erzählt und wollte natürlich seine Meinung dazu hören.

00:12:55: Wollte es gemeinsam mit ihm entscheiden.

00:12:58: Und wir waren uns beide im Klaren darüber und einig, dass gehen lassen die einzige richtige Entscheidung für das Tier gewesen ist.

00:13:11: Wir haben uns für Zweiteres entschieden!

00:13:13: Und es war einfach die schwerste Entscheidung, die ich bisher jemals getroffen habe glaube ich.

00:13:19: Ich hab in diesem Moment einfach so funktioniert... ...ich war so ruhig um Arthos eben nicht das Gefühl zu geben dass er sich aufregen muss und wir haben dem Tierarzt dann Bescheid gesagt und durften uns noch fast zwei Stunden insgesamt von ihm verabschieden.

00:13:40: Wir durften nicht mehr so viel länger warten weil er dann in einen ganz schlimmen Zustand gewechselt wäre, was einfach passiert bei innerlichen Verblutungen und er dann einfach noch mehr hätte leiden müssen.

00:13:57: Noch war es so dass der Körper das so ausgeglichen hat, dass er naja zumindest keinen starken Schmerz hatte.

00:14:08: Er hat natürlich gemerkt, dass etwas ist und es war auch kein gutes Gefühl aber es wäre dann den Schmerzen übergegangen.

00:14:16: Und als dieser Moment gekommen war, lag er in meinem Arm und ist einfach friedlich eingeschlafen.

00:14:25: Und mittlerweile bin ich immer noch am Integrieren dieses Erlebten beziehungsweise den Prozess auch zu betrauern.

00:14:33: aber das worauf ich mich in den nächsten Wochen fokussieren darf ist damit umzugehen was es mit mir gemacht hat und im Schamanismus gibt es für das was Mir da passiert ist ein Begriff und es ist Seelenverlust.

00:14:53: Und das klingt erst mal irgendwie sehr dramatisch, beziehungsweise sehr nach Unfall als etwas was mir hätte körperlich zustoßen müssen.

00:15:05: Es meint aber tatsächlich etwas anderes, etwas Konkreteres Denn immer wenn wir in einem tiefen Schock fallen einen Tiefenschock erleben einen plötzlichen Verlust, eine Situation die wir nicht kontrollieren können zieht sich ein Teil unserer Lebenskraft zurück und das ist ein bisschen wie ein Schutzmechanismus.

00:15:28: Der Körper macht dicht damit der Schmerz nicht alles auf einmal überflutet Und dabei kapseln sich Teile eben ab.

00:15:42: Also Seelenanteile können sich da abkapseln habe ich gespürt und man kann das ein bisschen beschreiben wie ein Gefühl als würde ich nicht völlig da sein, also nicht ganz da sein in diesem Moment.

00:15:57: Als würde ich irgendwie ein Stück weit neben mir stehen und zusehen, wie ich funktioniere?

00:16:03: Und es ist jetzt nichts was wir mit einer Session irgendwie wieder anklebt oder so sondern das muss wieder integriert werden.

00:16:09: Das ist wie eine Narbe die wieder zuwachsen muss nur dass man diese Narbe eben nicht sehen kann weil sie eben auf Seelenebene passiert.

00:16:18: Und natürlich gibt es im Schamanismus Methoden, wie wir da vorgehen für andere aber natürlich auch für uns selbst und man darf das nicht wie ein Defekt ansehen sondern das ist eine Schutzreaktion die uns durch das unerträgliche hindurch trägt.

00:16:34: Die Aufgabe danach ist nicht diesen Teil zu verdrängen sondern ihn nach und nach wieder einzuladen zurückzuholen Stück für Stück wenn der Boden dafür wieder trägt.

00:16:46: Und die Erkenntnis allein, die hilft natürlich nicht ne?

00:16:50: Erkenntnes allein hat auch mir nicht geholfen.

00:16:53: Wissen was passiert, hat den Schmerz nicht kleiner gemacht.

00:16:57: Was mir aber wirklich tatsächlich geholpen hat war etwas anderes aus der schamalischen Praxis, die Idee nämlich das Abschied ein Übergang ist und kein Abbruch.

00:17:10: im Schamanismus sprechen wir ja von der Reise, der Seele die weitergeht in eine andere Form.

00:17:17: In einer anderen Welt und dass der Tod kein Ende ist sondern eine Schwelle.

00:17:24: In eine andere Bewusstseinsform.

00:17:28: Und natürlich nimmt es den Schmerz nicht weg und das soll es auch überhaupt nicht.

00:17:34: Es gibt ihm aber eine andere Richtung und ich lerne gerade des.

00:17:40: Ich arte nicht als jemanden Verabschiede, der einfach aufgehört hat zu existieren.

00:17:47: Sondern dass ich ihn gehen lasse oder dass sich jemanden gehen lassen, der eine Schwelle überschreitet die ich noch nicht kenne.

00:17:57: logischerweise weil ich lebe ja noch ne?

00:18:00: Du lebst noch wir leben noch.

00:18:03: Wir können diese Schwelle ja noch gar nicht kennen zumindest nicht aus diesem Leben und aus diesem Verständnis, Bewusstsein heraus in dem wir jetzt einfach hier im Alltag präsent sind.

00:18:16: Und in den letzten Minuten, an denen er einfach in meinem Arm gelegen hat und ich seinen Kopf gehalten habe, ihn gestreichelt habe, hab' ich den Moment des tatsächlichen Einschlafens gar nicht mitbekommen.

00:18:30: Erst als der Arzt gesagt hat, er würde jetzt gerne mal die Herzdöne abhören, hab', ich meinen Kopf gehoben Ob alles drin ist, was auch immer mich zu dieser Formulierung, zu dieser Wortwahl geritten hat in diesem Moment.

00:18:48: Ist jetzt alles drin?

00:18:51: Komm ja mehrere Infusionen beziehungsweise Spritzen.

00:18:56: also es gibt eine Spritzer aber es gibt mehrere Flüssigkeiten die eben diesen Tod herbeiführen Die vorbereiten sind und die dann den eigentlichen Teil tun.

00:19:10: eben wie gesagt, ich hab gefragt ist jetzt alles drin?

00:19:13: und er sagt ja es ist alles drin.

00:19:14: Und in diesem Moment bin ich zusammengebrochen.

00:19:17: Ich musste in dem Moment nicht mehr ruhig sein für meinen Hund.

00:19:22: diese ganze Panik ist aus mir raus gekommen.

00:19:24: Ich habe natürlich geweint, angefangen zu zitterndes... Wie es halt so ist, ne?

00:19:31: Wie halt der Körper so reagiert!

00:19:33: Und es konnte endlich irgendwie raus aus mir.

00:19:37: zwei Minuten vorher hat mein Hund meine Ruhe gebraucht und eben nicht meine Panik.

00:19:44: Und auch das war eine so schwere Übung in Präsenz, vielleicht sogar auch die schwerste, die ich jemals gemacht habe den eigenen Schmerz zurückzustellen um jemand anderen den Frieden zu ermöglichen.

00:19:59: Und es ist keine Technik, die man in irgendeinem Workbook oder einem Buch lernt.

00:20:05: Es ist tiefstegelebte Verkörperung dessen was der schamanische Weg für mich persönlich meint, dass etwas eine Stärke aus dir herausholt dialogischerweise schon in dir ist und könnte sie ja nicht rauskommen.

00:20:24: Die nicht bedeutet das wir nichts fühlen sondern dass wir fühlen können was wir fühl'n?

00:20:31: Und trotzdem für jemand anderen da zu sein Und all das, was jetzt danach kommt ist begreif ich gerade alles erst selbst.

00:20:39: Viele Erkenntnisse waren in den ersten Tagen schon da, aber es kommen immer mehr und immer neuere Gefühle... ...und Erkenntnisse noch hinzu!

00:20:48: Ich weiß ganz ehrlich nicht ob das die richtige Entscheidung war, die ich getroffen habe?

00:20:52: Ich weiß es wirklich nicht.

00:20:53: diese Sicherheit werde ich auch niemals ganz bekommen.

00:20:58: Aber was ich weiß, ist dass sich diese Entscheidung aus Liebe getroffen habe.

00:21:02: Ich hab sie nicht aus Bequemlichkeit, nicht aus Angst getroffen... ...nicht aus meinem Ego heraus!

00:21:09: Der jetzt unbedingt sagen möchte, ich hab doch alles getan.

00:21:15: Ich habs einfach getan weil ich meine Hund liebe geliebt habe.

00:21:19: Vierzehn Jahre lang hat mich Arti begleitet ohne jemals ein einziges Wort zu sprechen.

00:21:28: Er war da, wenn ich unsicher war.

00:21:30: Er war dort, wo ich stark sein musste – obwohl ich gar nicht da war!

00:21:35: Und an dem Tag war ich diejenige, die da war und zwar bis zum letzten Moment.

00:21:42: Mir ist dazu ein Zitat von Osho in den letzten Tagen eingefallen Was sagt?

00:21:49: Wenn Liebe keine Freiheit geben kann, dann ist es keine Liebe Und vielleicht ist es auch die Erkenntnis oder eigentliche Lektion, die mir mein Hund mitgegeben hat.

00:22:00: Liebe manchmal genau darin besteht die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen aus dem tiefen Wunsch heraus dass es jemand anderem gut geht Auch wenn uns das selbst innerlich zerreißt.

00:22:16: und ich teile das heute nicht mit dir weil ich irgendwelche Antworten dazu habe.

00:22:21: Ich teile's weil ich glaube Schamanismus genau hier stattfindet.

00:22:28: Nicht in der Trommelreise, die wir uns einmal in der Woche gönnen oder in dem Ritual was wir halt mal an einem schönen, keine Ahnung Vollmondabend machen sondern erfindet Stadt in den Momenten im Leben In denen das Leben uns zwingt in Sekunden zu entscheiden Was uns am wichtigsten ist.

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